Seit der Novellierung der Wiener Bauordnung 2023 stehen viele Eigentümer und Hausverwalter vor einer neuen Herausforderung: Auch für Bestandsgebäude (vor 1945) wird schrittweise das Bauwerksbuch zur Pflicht. Doch was bedeutet das für die bereits etablierte Objektsicherheitsprüfung nach ÖNORM B 1300? Müssen Sie nun doppelt prüfen lassen? Die gute Nachricht lautet: Nein. Eine intelligente Kombination spart Zeit und Kosten.
Viele Immobilienverantwortliche stellen sich derzeit die Frage: Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Bauwerksbuch und ÖNORM B 1300? Handelt es sich um zwei völlig getrennte Paar Schuhe oder greifen diese Instrumente ineinander? In diesem Beitrag klären wir die Begriffe und zeigen auf, warum eine kombinierte Begehung der effizienteste Weg zur Rechtssicherheit ist.
Um zu verstehen, warum man die Prüfungen zusammenlegen kann, muss man zunächst die unterschiedlichen Zielsetzungen verstehen:
Kurz gesagt: Das Bauwerksbuch ist das langfristige „Logbuch“ Ihres Gebäudes, das festlegt, wann und was geprüft werden muss. Die ÖNORM B 1300 Prüfung Wien ist oft das Werkzeug, wie diese Prüfung (z.B. jährlich) durchgeführt wird.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass die Erstellung des Bauwerksbuches völlig losgelöst von den jährlichen Begehungen stattfinden muss. Experten sind sich jedoch einig: Eine mehrmalige Kontrolle derselben Bauteile zum ungefähr selben Zeitpunkt erhöht die Sicherheit nicht, sondern verursacht nur unnötige Kosten durch mehrfache Befundung.
Die Bauordnung schreibt vor, dass Bauteile, von denen eine Gefahr ausgehen kann (Fassade, Dach, Geländer etc.), regelmäßig überprüft werden müssen. Genau diese Bauteile werden in der Regel auch bei einer Begehung nach ÖNORM B 1300 begutachtet.
Die Lösung liegt in der Synergie:
Begehungen gemäß ÖNORM B 1300 können und sollen
als Teil des Inspektionsplans im Bauwerksbuch herangezogen werden. Wenn Sie also ohnehin eine jährliche
Sicherheitsbegehung planen, kann diese – sofern sie von qualifiziertem Personal durchgeführt wird –
gleichzeitig als Befundaufnahme für die laufende Dokumentation im Bauwerksbuch dienen.
Warum ist dieser Aufwand überhaupt notwendig? Der Hintergrund ist die Verkehrssicherungspflicht und die Erhaltungspflicht in Wien. Gemäß § 129 Abs. 5 der Bauordnung haben Eigentümer dafür zu sorgen, dass die Bauwerke in gutem, der Baubewilligung und den Vorschriften der Bauordnung entsprechendem Zustand erhalten werden.
Kommt es zu einem Schaden (z.B. herabfallende Fassadenteile), liegt die Beweislast oft beim Eigentümer. Hier greifen Bauwerksbuch und ÖNORM ineinander:
Wichtig: Liegt ein Bauwerksbuch vor, müssen Instandhaltungsmaßnahmen zwingend dort dokumentiert werden. Eine lückenlose Dokumentation minimiert das Haftungsrisiko erheblich.
Für Eigentümer von Altbauten (Errichtung vor 1919 bis Ende 2027, bzw. vor 1945 bis Ende 2030) empfiehlt es sich, die ohnehin fällige ÖNORM B 1300 Prüfung Wien mit der Ersterstellung des Bauwerksbuches zu koppeln.
Achtung bei der Ersterstellung: Die erstmalige Erstellung und Überprüfung des Bauwerksbuches darf nur von bestimmten befugten Personen (z.B. Ziviltechniker oder gerichtlich beeidete Sachverständige bzw. Baumeister) durchgeführt werden. Stellen Sie sicher, dass Ihr Prüfer diese Qualifikation besitzt, wenn er beide Leistungen in einem Termin erbringen soll.
Die Vorteile einer kombinierten Begehung:
Das Bauwerksbuch ist mehr als eine bürokratische Pflichtübung – es ist das zentrale Instrument für die Sicherheit und Werterhaltung Ihrer Immobilie. Nutzen Sie die Synergien mit der ÖNORM B 1300, um den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Auf Wunsch können die festgelegten Prüftermine über unser Bauwerksbuch-Portal laufend überwacht werden.
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